Tipps zur Handwerker
rechnung

Als mündiger Verbraucher möchten Sie wissen, welche Positionen Handwerker für Ihre Einsätze berechnen dürfen. Wir möchten Ihnen hier einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, der Ihnen die verschiedenen Positionen einer Handwerkerrechnung erklärt.


Arbeitszeit / Monteurkosten

Nach Empfehlungen von Handwerkskammern und Gutachtern sollten Fahrzeiten und "echte" Arbeitszeiten (z.B. Montagezeiten) auf der Rechnung getrennt ausgewiesen werden (siehe z.B. das Buch "Der Handwerker kommt" von der Handwerkskammer Düsseldorf 1994 herausgegeben). Schlossnotdienste und Handwerksbetriebe berechnen in der Regel die Kundendienstmonteurkosten in Arbeitswerte. Ein vereidigter Gutachter bei der Handwerkskammer Rhein-Main hat für Schlüsselnotdienste beispielsweise einen durchschnittlichen Stundenverrechnungssatz von 65,80 € ermittelt. Je nach Betriebsgröße können die Stundensätze jedoch erheblich nach oben oder unten variieren.

Als Kunde fragen Sie sich, warum Sie für 15 Minuten Arbeit 45 - 60 Minuten Arbeitszeit bezahlen sollen. Es wird hierbei häufig übersehen, dass der Monteur zum Einsatzort fahren muss. Diese Fahrtzeiten müssen Sie als Kunde ebenfalls bezahlen. (siehe Urteil des BGH vom 19.11.91 Aktenzeichen XZR 63 = 30) Da Fahrtzeiten wie Arbeitszeiten berechnet werden dürfen, werden die Arbeitswerte incl. der Fahrtzeiten berechnet.

Bei Fahrtzeiten der Monteure handelt es sich nämlich um Arbeitszeiten der Mitarbeiter, die zwangsläufig vom Arbeitgeber (Schlüsseldienst) vergütet werden müssen. Bezahlt werden müssen diese Fahrtzeiten, da die Fahrten auf Veranlassung und Bestellung des Kunden erfolgen.

Häufig werden die Arbeitszeiten je angefangene Stunde berechnet. Verbraucherfreundlicher ist dagegen die Berechnung in angefangene Viertelstunden, wie sie mittlerweile von vielen Betrieben angewendet wird.

Rüstzeiten

Häufig erscheint in Handwerkwerkerrechnungen die Position Rüstzeiten. Damit ist der Arbeitsaufwand gemeint, der bei der Beladung und Vorbereitung des Kundendienstfahrzeuges entsteht. Die Handwerkskammer Düsseldorf ist der Meinung, dass diese Kosten in Rechnung gestellt werden können, da die hier anfallenden Kosten der Monteurstunden ja auch vom Unternehmer bezahlt werden müssen (Quelle "Der Handwerker kommt" von 1994).

Wenn beispielsweise der Schlüsselnotdienst - Handwerker erst nach Auftragserteilung sein Fahrzeug mit den speziellen Aufsperrwerkzeugen und den anderen notwendigen Materialien belädt und andere Vorbereitungen treffen muss (z.B. Adresse des Kunden aus der Straßenkarte suchen) ist dieser zeitliche Aufwand vom Kunden zu tragen.

Viele Handwerker lassen Ihre Fahrzeuge aus versicherungsrechtlichen Gründen nie im voll beladenen Zustand. Gerade Aufsperrwerkzeuge sind für Einbrecher ein lohnendes Ziel und Versicherungen ersetzen in der Regel nicht den Diebstahl diverser Materialien aus dem Kundendienstfahrzeug.

Verbraucherfreundlicher ist es auf jeden Fall, wenn die Rüstzeiten getrennt ausgewiesen werden. Andernfalls muss der Verbraucher bei jeder Montagestunde die einkalkulierten Rüstkosten mitbezahlen.

Ein interessantes Urteil vom 02.11.1990 hat das Oberlandesgericht Stuttgart in diesem Zusammenhang gefällt (Az.2 U 271/89). Es hat eine Klausel im Kleingedruckten eines Handwerksunternehmens akzeptiert, in der von einem gesonderten Posten "Rüst- und Fahrtzeit" die Rede war. Auch die in Auftragsformularen eines Kundendienstbetriebs enthaltene Klausel "Für jeden Reparaturauftrag wird eine Rüstzeit von zwei Arbeitswerten berechnet" ist in einem Prozess akzeptiert worden (Kammergericht Berlin, Urteil vom 02.12.1992, Az 23 U 2465/92).

Tipp: Fragen Sie den Handwerker ob die Rüstzeiten nicht schon im Stundenverrechnungssatz einkalkuliert sind. Dann müssen Sie keine getrennt ausgewiesenen Rüstzeiten bezahlen. Liegt jedoch der Stundenverrechnungssatz zuzüglich der Rüstzeiten im Rahmen, sollten Sie die Rüstzeiten auf jeden Fall mitbezahlen.

Lohnzuschläge

Die Höhe der Zuschläge richtet sich nach den für die einzelnen Gewerke gültigen Tarifverträgen. Es können Zuschläge bis zu 200 Prozent z.B. für Feiertagsarbeit vorgeschrieben sein. Für Einsätze außerhalb der üblichen Geschäftszeiten von 8:00 bis 16:00 Uhr werktags werden meist Sonderzuschläge berechnet. Folgende Zuschläge sind üblich:

Spätdienstzuschlag von 16:00 bis 22:00 Uhr 50%
Nachtdienstzuschlag von 22:00 bis 06:00 Uhr 100%
Frühdienstzuschlag von 06:00 bis 08:00 Uhr 50%
Wochenendzuschlag 50 % bzw. 100%
Feiertagszuschlag 100% - 200%
Zuschläge sind nur auf die Monteurkosten zu zahlen.

TIPP: Sie sollten darauf achten, dass der Zuschlag nur auf die Kundendienstmonteurkosten berechnet wird. Es ist nicht zulässig, auf die gesamte Rechnung einen Zuschlag zu erheben.

24-Stunden-Bereitstellungspauschale

Häufig wird bei Notdiensten eine Bereitstellungspauschale für einen 24-Stunden-Notdienst berechnet, da sowohl die qualifizierten Notdienstmonteure, als auch das Personal der Notdienstzentrale 24 Stunden für Sie einsatzbereit ist. Sämtliche Monteure stehen rund um die Uhr auf Abruf bereit. Dies verursacht höhere Personalkosten als bei einfachen Schlüsseldiensten, die oft erst nach Stunden eintreffen können. Diese erhöhten Personalkosten werden mit dieser Pauschale (Sockelbetrag) abgegolten. Einige Betriebe kalkulieren diese Kosten in Ihren Stundenverrechnungssatz mit ein. Dies ist jedoch verbraucherfeindlich. In diesem Fall müssen dann auch die Kunden, die keinen Notdienst benötigen und zum Beispiel Montageaufträge erteilen, diese Zusatzkosten in jeder Arbeitsstunde mitbezahlen.

TIPP: Lassen Sie sich von Ihrem Schlüsseldienst genau erklären, welche Werkzeuge benutzt wurden.

PKW-Unterhaltungskosten

PKW-Kosten beinhlaten eine Umlage für die Anschaffungskosten, Verbrauch- und Unterhaltungskosten, ebenso wie für die Rüstzeiten des Kundendienstfahrzeuges. Die Unterhaltskosten haben nichts mit den Fahrzeiten der Monteuere zu tun.
(lt. Fachverband Metall Pauschalen grundsätzlich zulässig, ebenso 1,15 € / je gefahrenem Kilometer)

TIPP: Erkundigen Sie sich genau von wo der Monteur anreist. Beauftragen Sie ein Unternehmen in Ihrer Nähe, denn Fahrtzeiten sind Arbeitszeiten, die von Ihnen bezahlt werden müssen.

Durchschnittliche Preise für Material und Montage

In der Fernsehsendung Plusminus vom HR/05.11.2002/21:55 Uhr wurden aufgrund eines Markttestes und durch Gutachterbefragung folgende Durchschnittspreise genannt:

  • Sicherheitsbeschlag mit Montage (ohne Fahrtzeiten und PKW): 148,15 €
  • Sicherheitsschließzylinder (hochwertig): 125,00 €
  • Fahrtkosten bis zu 10 Kilometern: 11,80 €
  • Montagekosten je angefangene Stunde: 65,80 €

Vorsicht Verbraucherzentrale

Wir sind der Meinung, dass ratsuchende Bürger von einigen Verbraucherzentralen - oft mangels der speziellen Kenntnisse der verschiedenen Öffnungstechniken - nicht immer korrekt beraten können. Es wird häufig behauptet, dass die erbrachten Handwerksleistungen überteuert sein könnten und das Schlüsseldienste oft überhöhte Rechnungen ausstellen.

So erweckt die Verbraucherzentrale mit der Darstellung folgenden Beispiels eines Schlüsselnotdiensteinsatzes eine falsche Vorstellung des ratsuchenden Bürgers:

" 22,00 Uhr, Sie sind müde, freuen sich auf Ihr Bett. Doch damit wird es erstmal nichts: Der Haustürschlüssel ist weg. Also müssen Sie den Schlüsseldienst anrufen. Der Retter in der Not kommt, baut Ihnen das alte Schloss aus, setzt ein neues ein - und schreibt eine Rechnung über 250,00 €. Nicht alle Schlüsseldienste sind so teuer, aber manche verlangen sogar noch mehr Geld und nutzen so die Zwangslage Ihrer Kunden aus.....". (Gelesen im Internet am 04.06.2003)

Hiermit wird der falsche Eindruck erweckt, dass eine Rechnung über 250,00 € zu teuer wäre und das die Zwangslage ausgenutzt werden würde. Ob eine Leistung zu teuer ist, hängt jedoch von der Aufgabenstellung und der tatsächlich erbrachten Leistung ab, zu der z.B. Fahrtzeiten, Arbeitszeiten und Art/Qualität der eingebauten Schließzylinder gehören. Daher kann ein Rechnungsbetrag, der auch über 250,00 € liegt, durchaus angemessen und gerechtfertigt sein. Insbesondere dann wenn zum Beispiel durch nächtliche Arbeitszeiten, Nachtzuschläge - wie in dem beschriebenen Fall - hinzukommen (siehe auch Beispielurteile).

Bezüglich der Ausnutzung einer Notlage hat das Amtsgericht Westerburg am 22.11.2002 ein interessantes Urteil gefällt. Danach besteht für den Kunden keine Notlage, da er auch andere Schlüsseldienste zur Öffnung seiner Haustür beauftragen kann ( Az 23 C 439/02)

Da Verbraucherzentralen in der Regel nicht über das technische Wissen verfügen können und meist aus Kostengründen nicht die technischen Gegebenheiten des Kunden mit einen Sachverständigen in Augenschein nehmen, kann ein sogenanntes Beratungsgespräch dann zu einem fatalen Irrtum führen. Der Bürger meint, er wäre im Recht und lässt sich auf ein Klageverfahren mittels eines "empfohlenen Honorarrechtsanwalts " ein. Solch ein Verfahren ist dann mit unter von vorne herein aussichtslos und kostet viel Geld und Ärger. Kommt es zu einer Beweisaufnahme mit einem Gutachter und Zeugen kann ein solches Verfahren für den Verlierer schnell zu einem finanzielles Fiasko werden. 1.000,00 € und mehr kann dann ein solches Verfahren kosten.

Weiterhin werden manchmal dem Kunden durch Beispielurteile eventuelle Klageverfahren aufgezeigt. So hat die Verbraucherzentrale jahrelang auf ein altes Urteil des Bundesgerichtshof von 1984 bezüglich der Gleichsetzung von Fahrtzeiten und Arbeitszeiten hingewiesen und als Beleg herangeführt, Fahrtzeiten dürfen nicht in voller Höhe des betrieblichen Stundenverrechnungssatzes für Montagearbeiten berechnet werden (Ausgabe Handwerker- u. Kundendienstrechnungen 1993 ISBN 3-923214-39-1). Tatsächlich aber gibt es seit 1991 ein neues Urteil vom Bundesgerichtshof mit der Entscheidung, dass sowohl für Arbeitszeiten als auch für Fahrtzeiten der gleiche Stundenverrechnungssatz angewendet werden darf (Urteil vom 19.11.91 - XZR 63=90).

Es gibt bundesweit viele Urteile mit negativem Ausgang für "angeblich geprellte Kunden". Das Prozess- und damit verbundene hohe Kostenrisiko verbleibt im Regelfall immer beim Kunden.

Häufig empfehlen Verbraucherzentralen den ratsuchenden Bürgern die gebührenpflichtigen und sehr teuren eigenen Beratungshotlines anzurufen.

Teilweise wird von der Verbraucherzentrale sogar Werbung mit einer 0190er Rufnummer betrieben, ohne auf die anfallenden Kosten hinzuweisen (1,86 € je Minute) (siehe amtliches Telefonbuch Düsseldorf 2002/2003). Das kann dann ganz schön teuer werden...

Selbstverständlich wäre es unseres Erachtens sinnvoller, sich bei unseren qualifizierten Schlossermeistern oder entsprechenden Gutachtern, die über fundierte Kenntnisse im Bereich der Öffnungstechniken und damit verbundenen langjährigen Erfahrungen verfügen, über die jeweilige Preisgestaltung der speziellen Öffnung zu informieren.

Einige Handwerkskammern bieten bei Problem und Streitigkeiten auch sogenannte Schlichtungsstellen an, die kostenlos zwischen dem Kunden und der Handwerksfirma vermitteln. Dieser Weg ist auf jeden Fall der sinnvollere Weg, zumal er keine Kosten verursacht.

Aufgrund der Anzahl der Bürger die Rat bei Verbraucherzentralen folgern die Verbraucherzentralen dass viele Schlüsseldienste überhöht abrechnen. Dabei wird natürlich nicht berücksichtigt, dass die Mehrheit der Bürger mit der jeweils erbrachten Leistungen zufrieden ist und sich daher erst gar nicht an eine Beratungsstellen wendet.

Nach eigenen Ermittlungen schätzen wir den Prozentsatz der unzufriedenen Kunden auf maximal 1-2 % Prozent.

In einigen Fällen ist es jedoch auch ratsam, gegen eine überhöhte Rechnung oder gegen eine mangelhafte Leistung vorzugehen. Leider gibt es auch schwarze Schafe in dieser Branche, die extrem überhöhte Preisgestaltungen vornehmen. So sind uns Fälle bekannt, bei denen eine einfache Türöffnung mit über 700,00 € abgerechnet wurden. Diese schwarzen Schafe werfen leider ein schlechtes Licht auf die gesamte Branche.

Häufig werden diese einzelne Ausnahmen von den privaten Fernsehsendern in ein schlechtes Licht gestellt. Die Berichterstattung von Privatsendern ist jedoch mehr als fragwürdig und einseitig. Die Berichte sind häufig nach frei erfundenen Drehbüchern erstellt und Filmszenen werden oft aus dem Zusammenhang geschnitten. So sind uns Filmberichte bekannt, in denen nachweislich eine Tür manipuliert wurde, um den Eindruck zu hinterlassen, dass die dargestellte Tür einfach und beschädigungsfrei zu öffnen sei. Sensationen will man in Fernsehsendungen zeigen und nicht die Realität. Leider berichten diese Fernsehsender nicht über die vielen Fachbetriebe, die tagtäglich vielen Menschen bei Schloss- und Schlüsselproblemen seriös helfen. Fazit - man sollte nicht alles glauben was man im Fernsehen sieht

Falls Sie der Meinung sind, dass Sie eine überzogene Rechnung erhalten haben, können Sie sich vertrauensvoll an unsere Experten und Gutachter wenden. Unsere Experten-Hotline steht Ihnen Tag und Nacht zur Verfügung. Hier werden Sie kompetent und fachgerecht beraten. Sämtliche Tatbestände werden sorgsam geprüft. Die Handwerksleistung (Rechnung) wird anhand der Einzelleistungen geprüft und nicht nach der Rechnungsendsumme. Dadurch erhalten Sie wertvolle Tipps und können im Zweifel viel Geld sparen.

Liegt Leistungswucher oder eine mangelhafte Leistung vor, werden Ihnen unsere Experten erfolgreiche Wege aufzeigen, wie Sie das zuviel bezahlte Geld zurück-bekommen können.

Info: Telefon 0 5671 / 99 2 99

Unter der vorgenannten Rufnummer vermitteln wir Ihnen seriöse und geprüfte Schlüsseldienste. Und falls Sie selbst Ihr Problem lösen wollen, geben Ihnen unsere Experten hilfreiche Tipps. Natürlich auch in Versicherungsangelegenheiten, Einbruchschadenbeseitigungen, Erstellung von Gutachten und in allen Fragen rund um Sicherheits- und Öffnungstechnik.

Wir weisen jedoch darauf hin, dass wir keine Rechtsberatung geben können. Sollten Sie eine Rechtsberatung wünschen, sollten Sie sich an einen kompetenten Rechtsanwalt wenden.